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Mein Weg zum Sportinternat nach Berlin

Bei meiner ersten DVV-Sichtung im Alter von 14 Jahren bin ich mit dem damaligen Bundestrainer der U18-Nationalmannschaft in Kontakt gekommen. Die Kadersichtung fand im olympischen Trainingszentrum in Kienbaum statt. Viel Zeit zum Reden hatten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, denn für uns stand nur Training, Training und nochmals Training auf dem Programm. Zu den DVV-Sichtungen werden talentierte Spielerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, die zuvor bei diversen Jugendmeisterschaften und Bundespokalen der Landesverbände gesichtet wurden. Für mich persönlich war es einfach sehr aufregend mit so vielen Mädels in meinem Alter Volleyball zu spielen und diese kennenzulernen. Insgesamt ging die Kadersichtung vier Tage. Uns erwarteten verschiedene Technikeinheiten, diverse Test im Bereich der Athletik aber auch lustige Spielchen in Kleingruppen. Wir hatten dabei sehr viel Spaß und lernten uns gegenseitig immer besser kennen. Am Ende des Tages fielen wir, aufgrund der für uns ungewohnt hohen Trainingsbelastung, völlig erschöpft ins Bett.


Am Ende des Lehrgangs stand dann die Nominierung für die Jugendnationalmannschaft auf der Agenda. Unter völliger Aufregung und Anspannung verfolgte ich die Power-Point-Präsentation, die uns von dem Bundestrainer präsentiert wurde. Dabei wurden uns Bilder und Videos über einen möglichen Karriereweg aufgezeigt. Diese Eindrücke haben sich so sehr in meinem Kopf festgesetzt, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, tatsächlich den Weg über einen Bundesstützpunkt zu gehen. Zum Abschluss wurde dann noch der ausgewählte Kreis der Spielerinnen, die es in den Nachwuchskader geschafft hatten, präsentiert. Und was soll ich sagen: Ich war dabei!


Welche bekannten Gesichter waren 2008 bei der DVV-Sichtung noch dabei?

Anna Pogany (SSC Palmberg Schwerin)

Lena Stigrot (Cuneo Granda Volley)

Sandra Ittlinger (Beach Volleyball)

Leonie Schwertmann (zuletzt Ladies in Black Aachen)

Denise Imoudu (zuletzt SSC Palmberg Schwerin)

Juliane Schröder (geb.Langgemach) (zuletzt USC Münster)

Nele Barber (zuletzt USC Münster)

Magda Gryka (zuletzt Nancy Volley Ball)

Nadja Glenzke (Beach Volleyball)


Überglücklich fuhren wir mit dem Zug nach Hause. Ausgepowert und zufrieden holten mich meine Eltern vom Bahnhof ab. Meine zwei besten Freundinnen waren ebenfalls dabei. Ich hatte viel zu erzählen und war dennoch hundemüde. Für mich stand ab jetzt fest: Ich möchte Volleyball spielen. Ich möchte nach Berlin und die Ausbildung beim VCO Berlin beginnen. Nach meinem Realschulabschluss im Jahr 2010 sollte es dann tatsächlich für mich nach Berlin gehen.



Eine aufregende Anreise


Anfang August 2010, kurz vor dem Schulstart, ging es dann für mich nach Berlin. Unzählige Koffer und Taschen wurden im Auto verstaut und mein holländisches Fahrrad durfte natürlich nicht fehlen. Zusammen mit meinen Eltern sind wir im Auto gute sechs Stunden nach Berlin gefahren. Unsere chaotische Anreise endete mit einer ungewollten Stadtrundfahrt direkt durch Berlins Bezirke Neukölln, Lichtenberg und Hohenschönhausen. Jede Menge Eindrücke prasselten auf uns ein. Nach unzähligen Ampeln und großen Kreuzungen erreichten wir dann das Sportzentrum in Berlin-Hohenschönhausen.


Insgesamt stehen den Athleten im Sportzentrum vier große mehrstöckige Häuser, auch Haus der Athleten genannt, zur Verfügung. In Abhängigkeit von Alter und Kaderstatus wurden den Sportlern jeweils ein Zimmer zugewiesen. Ich bekam ein Zimmer in Haus 3 (siehe Video ab Minute 1:52). Dort hatte jeder Sportler ein eigenes Zimmer inklusive Bad. Auf insgesamt 12 qm standen Bett, Schreibtisch, Schrank, Garderobe und Regal zur Verfügung. Waschmaschinen und Trockner waren ebenfalls auf unserer Etage zu finden. Direkt daneben befand sich die große Gemeinschaftsküche. Hier hatte jeder seinen eigenen kleinen Kühlschrank sowie einen Abschnitt im Regal, um Snacks und Getränke zu lagern. An Wochenenden oder in den Schulpausen konnte man sich hier ebenfalls Essen zubereiten. Im OG gab es einen großen Raum mit Fernseher und Couches, der häufig für Film- oder Spielabende genutzt wurde. Unsere Ansprechpartner im Haus waren drei Erzieher, die über den Tag verteilt auf uns aufpassten, damit nichts außer Kontrolle geriet. Der Weg zur Mensa war ebenfalls nicht weit. Fußläufig konnten wir hier unser Frühstück und Abendbrot zu uns nehmen. Die Schule war zu meiner Zeit noch nicht auf dem Gelände des Sportforums, sodass wir später mit dem Fahrrad täglich ca. drei km zurücklegen mussten.


Nach ein paar Tagen im Internat und Stadtführungen durch Berlin verabschiedeten sich meine Eltern von mir... Und ja, da stand ich nun mit 16 Jahren im großen Berlin. Mit gemischten Gefühlen und voller Aufregung lag ich im Bett und fieberte meinen ersten Schultag am SLZB - Der Eliteschule für Sport entgegen.



 

Internatstour am SLZB



Quelle: SLZB Berlin (2023)






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